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"Draußen vor der Tür"


Antikriegsstück

Die aktuelle Inszenierung
von Wolfgang Borchert







es spielt das unterhaus-Ensemble
Besetzung und weitere Infos: PRO:GRAMM-Heft / Einlage S. IV

"Draußen vor der Tür" gilt als das bedeutendste Stück der "Trümmer- und Kahlschlagsliteratur", deren Intention Wolfgang Borchert in seinem Pamphlet "Das ist unser Manifest" wie folgt beschrieb:
"Wir brauchen keine Dichter mit guter Grammatik. Zu guter Grammatik fehlt uns Geduld. Wir brauchen die mit dem heißen heiser geschluchzten Gefühl. Die zu Baum Baum und zu Weib Weib sagen und ja sagen und nein sagen: laut und deutlich und dreifach und ohne Konjunktiv. Für Semikolons haben wir keine Zeit und Harmonien machen uns weich und die Stilleben überwältigen uns: Denn Lila sind nachts unsere Himmel. Und das Lila gibt keine Zeit für Grammatik, das Lila ist schrill und ununterbrochen und toll..."
Dem entsprechend ist Borcherts Sprache: eruptiv, schreiend, expressiv, apokalyptisch. Sein alter ego Beckmann irrt durch das zerstörte Hamburg und bleibt überall draußen vor der Tür. In dieser Nachkriegswelt gibt es keinen Platz mehr für ihn.
Borchert beläßt es nicht bei der realistischen Zustandsbeschreibung des Nachkriegsdeutschlands; er klagt an - direkt, und inszeniert ein symbolisches Spiel von der geschundenen Kreatur, die nicht einmal mehr bei der Natur (die Elbe) oder bei "übermenschlichen" Mächten (Gott, der Tod, der Andere) Hilfe findet. Wolfgang Borchert (geb: am 20. Mai 1921 in Hamburg) schrieb das Stück im Herbst 1946 in knapp 8 Tagen. Das Hörspiel wurde am 13. Februar 1947 zum ersten Mal von NWDR gesendet. Die Uraufführung des Bühnenstücks in den Hamburger Kammerspielen am 21. November 1947 erlebte Borchert nicht mehr. Einen Tag zuvor starb er in Basel.
50 Jahre sind vergangen. Leider ist dieses Stück nicht nur Zeitdokument, sondern immer noch aktuell.


Der Veranstaltungsbeginn (außer Kinder- und Jugendprogramm sowie einigen Sonderveranstaltungen) ist immer um 20:00 Uhr.